Die Wechseljahre sind ein Prozess, der mehrere Jahre dauern kann, wobei die Menopause (die letzte Regelblutung) meist zwischen dem 51. und 52. Lebensjahr eintritt. In diesem Zeitraum beginnen die Eierstöcke langsam ihre Tätigkeit für die Fruchtbarkeit einzustellen. Dieser Vorgang geht mit einer erheblichen Hormonumstellung einher.
Die vollständige Phase der Postmenopause, in der sich der Hormonhaushalt stabilisiert, ist oft erst mit etwa 60 Jahren abgeschlossen. Die Dauer und der Verlauf sind individuell sehr verschieden und können bis zu zehn Jahre umfassen.
Phasen der Wechseljahre
Die Wechseljahre lassen sich in der Regel in drei Hauptphasen einteilen:
- Perimenopause: Dies ist die Übergangsphase vor der Menopause, die Jahre vor und rund um die letzte Regelblutung umfasst. Die Menopause selbst ist erreicht, wenn 12 Monate lang keine Regelblutung mehr auftrat.
- Menopause: Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Menstruationsperiode. Sie tritt durchschnittlich im Alter von 51 bis 52 Jahren ein. Dieser Zeitpunkt kann nur rückwirkend bestimmt werden, da es immer wieder ausbleibende Phasen gibt und dann doch noch eine Blutung auftritt.
- Postmenopause: Dies ist die letzte Phase, die etwa zwölf Monate nach der Menopause beginnt. Der Hormonhaushalt pendelt sich auf einem neuen Niveau ein, und die Beschwerden wie Hitzewallungen verschwinden meist.
Wann und wie beginnen die Wechseljahre?
Hinweis auf eine beginnende Hormonumstellung ab Mitte 40 können unregelmäßigere Monatszyklen sein – oft werden die Zyklen erst kürzer, dann länger. Stimmungsschwankungen, stärkere Gereiztheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen in Gesicht, Armen oder Beinen, Spannungsgefühle in den Brüsten, auftreten von PMS, Hitzewallungen und Schweißausbrüche, auch in der Nacht, können Anzeichen dafür sein.
Ich bin jünger als 40 und habe diese Wechselsymptome
Sehr oft leiden Frauen mit jüngerem Alter an diesen Wechselbeschwerden und meinen verfrüht in den Wechseljahre zu sein. Die Ursache ist jedoch nicht die gleiche - die Auswirkungen schon. Hormondisbalancen treten bei Stress, nach Geburt eines Kindes, durch Diäten, Fasten, Ernährung, Übergewicht, künstliche Hormone in der Umwelt und psychische Belastung in jedem Alter auf. Jedoch ist der Zusammenhang nicht die Nachlassende Tätigkeit der Eierstöcke und kann mit Veränderung von Ernährung, Bewegung und im schlimmsten Fall eine vorübergehende Hormonkur durch den Facharzt wieder behoben werden.
Dauer und individuelle Unterschiede
Die Wechseljahre dauern individuell sehr unterschiedlich. Eine Studie zeigte, dass die durchschnittliche Dauer der Wechseljahre etwa 7,4 Jahre beträgt, wobei ein Teil davon nach der Menopause liegt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die gesamte Phase von Anfang bis Ende etwa zehn Jahre dauert.
Wichtig zu wissen:
- Die letzten Regelblutung wird erst rückwirkend bestimmt.
- Auch nach der Menopause kann eine Schwangerschaft durch den Ausfall einer Eizelle noch möglich sein, daher ist eine Schwangerschaftsverhütung weiterhin wichtig.
- Die Beschwerden, die mit den Wechseljahren einhergehen, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Gewichtszunahme, sind nicht bei jeder Frau spürbar und gleich stark ausgeprägt.
SWAN = Größte Studie zu den Wechseljahren
Die SWAN-Studie ist die „Study of Women's Health Across the Nation“ (Studie zur Frauengesundheit im ganzen Land), eine Studie über 16 Jahre (3.302 Teilnehmerinnen), die körperliche, biologische, psychologische und soziale Veränderungen bei Frauen mittleren Alters während der Menopause untersucht.
Verständnis der Menopause: die zahlreichen körperlichen, biologischen, psychologischen und sozialen Veränderungen zu verstehen, die Frauen während der Perimenopause und Postmenopause erleben. Gesundheit im Alter: zu erforschen, wie Erfahrungen in der Lebensmitte die Gesundheit und Lebensqualität im Alter beeinflussen Schlüsselaspekte der Studie Beteiligte Frauen: Die Studie umfasste 3.302 Frauen im Alter von 42 bis 52 Jahren bei der Aufnahme, die verschiedene ethnische Gruppen repräsentieren. Daten und Forschung: Jährliche und halbjährliche Besuche sammeln Daten zu Knochengesundheit, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, psychosozialen Faktoren und Hormonen. Verfügbarkeit von Daten: Die gesammelten Daten sind öffentlich zugänglich, was Forschern ermöglicht, breite Studien zu Menopause und Frauengesundheit durchzuführen. Ergebnisse: Über 500 wissenschaftliche Artikel wurden veröffentlicht, die sich auf Themen wie Menopause, Herzgesundheit, Schlaf und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Gesundheit von Frauen konzentrieren.
Werden in der Postmenopause keine Hormone mehr benötigt?
In der Postmenopause findet die Hormonproduktion überwiegend in Fettgewebe und den Nebennieren statt, da die Eierstöcke nur noch sehr wenig Östrogen und Progesteron produzieren.
- Vor den Wechseljahren: Die Eierstöcke produzieren den Großteil der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron, um den Menstruationszyklus und eine mögliche Schwangerschaft zu steuern.
- Während der Wechseljahre: Die Eierstöcke stellen ihre Hormonproduktion ein. Die Produktion des Hormons FSH (Follikelstimulierendes Hormon) im Gehirn steigt an, da die Eierstöcke auf diese Stimulation nicht mehr reagieren. Fettgewebe beginnt, Östrogene, vor allem Östron, zu produzieren. Auch die Nebennieren produzieren Androgene, die in Fettgewebe zu Östron umgewandelt werden können.
- Postmenopause: Die Hormonproduktion in den Eierstöcken stoppt weitgehend, und das Östron aus Fettgewebe und Nebennieren wird die Hauptquelle für Östrogene im Körper.
- 10 - 15 Jahre nach der letzten Blutung: die Eierstöcke hören nun mit der Produktion des Testosteron auf und das kann für einige Frauen eine Art 2. Wechseljahre sein. Symptome wie Trockenheit von Haut und Schleimhaut, emotionale Disbalance und Hitzewallungen sind Beschwerden von Frauen die diese Phase stark wahrnehmen.
Nebennierenschwäche = Hormon disbalance
Unsere Nebennieren, das sind kleine Kappen die auf den Nieren sitzen, sind ein wichtiger Bestandteil unseres Hormonsystems. Sie produzieren lebenswichtige Hormone, die für die Reaktion auf Stress (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol), den Zucker- und Wasserhaushalt (Cortisol, Aldosteron) sowie den Mineralstoffwechsel (Aldosteron) verantwortlich sind.
Dauerstress kann die Nebennieren erschöpfen. Es muss immer mehr das Stresshormon Cortisol produziert werden und führt zu einer Überlastung und zu einer sogenannten Nebennierenschwäche (Hypoadrenie). Anzeichen können Müdigkeit, Antriebslosigkeit, übermäßiger Appetit auf Kohlenhydrate, Appetitlosigkeit , Gelenkbeschwerden und niedriger Blutdruck sein, während schwere Formen wie die Nebenniereninsuffizienz gefährlich sein können, da der Körper in Stresssituationen nicht genügend Hormone produzieren kann.
Dazu kommt, dass die Nebennieren zur Produktion von Cortisol vermehrt unser Sexualhormon Progesteron verwenden und dieses dann nicht mehr für seine eigentliche Aufgabe für den monatlichen Zyklus zur Verfügung steht.
Abwärtsspirale
Unser Lebensstil in unseren 30-ern:
Kinder, Haushalt, Job, wenig Bewegung und extrem Workout, schlechte Ernährung, Crash-Diäten und Urlaub mit weiten Flugreisen.
Dauerstress bedeutet unsere Nebennieren müssen ständig Cortisol produzieren. Schon lange vor den ersten Symptomen müssen sie als Baustoff Progesteron heranziehen. Das System, unsere Rezeptoren, werden immer unempfindlicher und signalisieren dem Körper immer mehr Bedarf von Cortisol. Irgendwann sind die Nebennieren erschöpft. Das Progesteron ist im Mangel und Östrogen erhöht. Das kann in jedem Alter auftreten. Wenn jedoch Frau in diesem Zustand in die lebensverändernden Wechseljahre geht ist Hormonchaos mit allen Symptomen ist vorprogrammiert.
Sind es wirklich Symptome der Wechseljahre?
Die Diagnosen können von Burn-Out bis Wechselbeschwerden reichen und werden mit Antidepressiva und / oder verschreibungspflichtigen Hormonen begleitet. Die Nebennieren erholen sich nicht.
Erhöht wird die Disbalance noch durch vermehrtes Fettgewebe, das Östrogen produziert und künstliches Östrogen, das wir mit Wasser, Nahrung (konventionelles Fleisch, Plastikflaschen), Kosmetik, Bekleidung, Medikamenten und Impfungen und sogar Tätowierungen zu uns nehmen.
Zusammenhang zwischen Nebennierenschwäche und Wechseljahre
Eine Nebennierenschwäche kann die Wechseljahresbeschwerden verstärken oder mit ihnen zusammenhängen, da der Körper in dieser Lebensphase besonders auf die Nebennieren angewiesen ist, um wichtige Hormone zu produzieren. Stress spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle, da er die Nebennieren stark belasten kann. Ernährungs- und Lebensstiländerungen, die den Stress reduzieren und eine gute Versorgung mit Nährstoffen wie Vitamin C und Magnesium sicherstellen, können die Nebennierenfunktion unterstützen.
- Hormonelle Unterstützung: Während der Menopause lassen die Eierstöcke die Östrogenproduktion einstellen. Die Nebennieren übernehmen diese Funktion jedoch weiterhin DHEA produzieren, ein Hormon, das die Körperfunktionen unterstützt und den Östrogenmangel teilweise ausgleicht.
- Stress: Chronischer Stress kann die Nebennieren überlasten und zu einer sogenannten Nebennierenschwäche (Adrenal Fatigue) führen. Dies kann den Körper in der ohnehin belastenden Übergangsphase der Wechseljahre schwächen.
- Symptomüberschneidungen: Die Symptome einer Nebennierenschwäche und der Wechseljahre können sich ähneln, darunter Müdigkeit und Energiemangel, was es schwierig macht, die Ursache eindeutig zu identifizieren.
Was ist zu tun bei Dauerstress und Nebennierenschwäche - 10 Tipps
🥑 Kein Koffein, kein Kaffee, kein Cola oder ähnliche aufputschende Lebensmittel, die den Körper befehlen Cortisol zu produzieren
🥑 Alkohol, Rauchen und Drogen sind absolut tabu.
🥑 Ernährung: Zuckerreiche Lebensmittel und verarbeitete Produkte vermeiden, die die Nebennieren belasten können. Stattdessen auf eine Ernährung reich an Eiweiß (pflanzlich und
Eier), gesunden Fetten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse, die Vitamin C, B5 und Magnesium liefern, konzentrieren. Histaminreiche Lebensmittel vermeiden und Gluten
reduzieren.
🥑 Stress reduzieren: Stressfaktoren im Leben reduzieren, um die Belastung der Nebennieren zu verringern.
🥑 Stressbewältigung: Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen lernen und für regelmäßige Pausen und auszeiten sorgen.
🥑 Gesunde Grenzen und stressige Situationen und Menschen vermeiden.
🥑 Nahrungsergänzungsmittel: Gezielte Nährstoffe wie Vitamin C für die Cortisolproduktion, B-Vitamine für den Energiestoffwechsel und Magnesium für den Stressabbau zu sich nehmen,
bzw. durch natürliche Nahrungsergänzungsmitteln ergänzen. In Absprache mit Ihrem Arzt können Nahrungsergänzungsmittel wie DHEA oder Pregnenolon helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und die
Symptome zu lindern.
🥑 Schlaf optimieren: Regelmäßige Schlafenszeiten und eine gute Schlafhygiene, um die nächtliche Regeneration des Körpers zu unterstützen.
🥑 Bewegung integrieren: Regelmäßige, moderate Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und die Funktion der Nebennieren zu unterstützen. Extreme Trainingseinheiten und Sportarten,
die zusätzlichen Stress verursachen, bitte vermeiden.
🥑 Positives Mindset: Eine positive Lebenseinstellung und die Überzeugung, dass eine Besserung möglich ist, können den Genesungsprozess unterstützen
Was wenn die Wechselbeschwerden nicht mehr verschwinden?
Wer mit spätestens 40 bei einem stressigen Lebensalltag nicht auf die Bremse tritt darf sich mit 50 nicht wundern über belastende Wechselbeschwerden.
Wer die Wechseljahressymptome nur mit der Einnahme von Hormonen ausgleich und den Lebensstil nicht anpasst, darf sich nicht über anhaltende Beschwerden wundern.
Es ist nie zu spät sein Leben zu verbessern!